HPV–Infektionen: Krebs verhindern statt behandeln?

Humane Papilloma-Viren (HPV) werden auf sexuellem Weg übertragen. Sie sind Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs und für die Entstehung lästiger und schwer behandelbarer Genitalwarzen. Besonders gefährdet für eine Ansteckung sind sehr junge Mädchen. Seit 2007 werden die Kosten der Impfung von allen gesetzlichen und den meisten privaten Krankenkassen für diese Personengruppe übernommen.

Die Einführung der HPV-Impfung wurde mit großem medialen Interesse verfolgt, stand doch zum ersten Mal eine Impfung zur Verhinderung einer Krebserkrankung zur Verfügung.

In unseren Schulveranstaltungen wurde die HPV-Impfung seither ein wichtiges Thema. Viele Mädchen haben durch die Medienpräsenz davon gehört, aber nur wenige haben reproduzierbare Zusammenhänge verstanden. Durchgängig ist eine große prinzipielle Impfbereitschaft zu spüren, das Verständnis aber ist zu lückenhaft, als dass Mädchen und auch deren Mütter sich diese Entscheidung ohne vertiefte Information zutrauen.

Als Ärztinnen stehen wir hinter der Empfehlung zur HPV-Impfung in dem Sinne, dass wir unseren Auftrag darin sehen, die HPV-Impfung generell empfehlend zu thematisieren. Dies geschieht mit dem Hinweis, dass eine individuelle Entscheidung zusammen mit einem Erziehungsberechtigten und dem impfenden Arzt getroffen werden sollte. Mit unseren Gesprächen mit Mädchen in Schulen möchten wir erreichen, dass Sexualität nicht schon auf der Wissensebene scheitert und dass Mädchen Partnerinnen im medizinischen Entscheidungsprozess sein können. Es ist uns dabei aber sehr wichtig, dass sich Mädchen trotz des Wissens um diese „Nebenwirkungen“ der Liebe ihren positiven und lebensbejahenden Zugang zur Sexualität bewahren.

Würdigung durch Medizin-Nobelpreisträger Prof. Dr. zur Hausen

„Vor dem Hintergrund von etwa 6.000 Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs pro Jahr und annähernd 140.000 Eingriffen bezüglich der Vorstufen des Krebses, halte ich die Initiative der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. (ÄGGF) zur Prävention und HPV-Impfung für ungewöhnlich bedeutsam. Ich hoffe sehr, dass es gelingt, die immer noch deutlich zu hohe „Impfmüdigkeit“ zu überwinden und damit zumindest unsere Jugendlichen vor den später verheerenden Folgen von Krebserkrankungen zu bewahren. Ich wünsche den Initiatorinnen dieser Initiative viel Erfolg“.

(c) dkfz.de

Prof. Dr. Harald zur Hausen - Nobelpreis 2008 für die Entdeckung des Zusammenhangs zwischen Infektion mit bestimmten HPV-Viren und der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, die schließlich zur Entwicklung einer Schutzimpfung führte – im Gespräch mit einer ÄGGF-Ärztin auf dem Symposium „vaccination strategies“ Berlin 2013.

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